GEMEINSAM FÜR EIN STARKES FLEISCHERHANDWERK.

Chronik der Innung

Daten und Fakten unserer Geschichte

 

seit 1969 ist soviel im Innungsleben passiert……

Schauen Sie demnächst wieder vorbei — die Chronik wird laufend ergänzt.
Es lohnt sich!

 

1969

Vereinigung der beiden Kölner Innungen.

1965

Deutscher Fleischerverbandstag in Köln mit IFFA.

1950

Im Februar Aufhebung der Rationierung. Beginn der Freien Marktwirtschaft.

1949

Vorwiegend aufgrund Kölner Aktivitäten werden am 10. November die Preise für Schweine- und Hammelfleisch aus der straffen Preisüberwachung herausgenommen.

1948

Am 20. Juni Währungsreform.

1945

Einmarsch der US-Truppen am 6. März. Zahl der in Köln verbliebenen Bevölkerung etwa 30.000 Personen; lediglich 86 mehr oder weniger stark lädierte Metzgereien bestanden noch. Auf Anweisung der Besatzungsmacht am 18. März Berufung eines neuen Vorstandes mit Werner Stieldorf als Obermeister. Zusammenschluss der beiden Innungen Kalk und Mülheim zu einer eigenen Innung Köln rechtsrheinisch.

1943

Am 8. Juli wird das Innungsgebäude total ausgebombt.

1938

Die Innung erwirbt ein neues Gebäude direkt gegenüber dem Schlachthof in Ehrenfeld, Liebigstraße 161/163. Die Fleischer-Einkaufs- und Verkaufs-Genossenschaft wird ins Leben gerufen.

1934

Am 1. Oktober wird die Fleischer-Pflicht-Innung durchgesetzt in der Köln rechts und Köln links verschmelzen.

1933

Im März wird im Zuge des NS-Gleichschaltungsbefehls die Mehrheit des Vorstandes abgesetzt.

1928

Am 15. August finden im Ehrenfelder Schlachthof die ersten Versuche elektrischer Schlachtviehbetäubung statt.

1925

Gründung der Schlachtvieh-Versicherung.

1924

Die Schweinemetzger-Innung errichtet eine eigene Geschäftsstelle mit dem jungen Dr. Albert Lotz als Geschäftsführer.

1917/18

Angesichts der spärlichen Fleischzuteilungen an die hungernde Bevölkerung liegt auch das Fleischerhandwerk am Boden.

1914

Am 1. August Ausbruch des Ersten Weltkrieges mit folgender Zwangsbewirtschaftung.

1913

Ferdinand Lamertz wird an die Spitze des Deutschen Fleischerverbandes berufen, an der er bis 1934 sehr erfolgreich wirkte.

1907

Im Börsensaal des Schlachthofes findet am 18. April die 100. Häuteauktion statt.

1901

Am 2. Oktober beschließt Köln linksrh. gegen eine einzige Stimme die Auflösung der gemeinsamen Innung. Das Vermögen wird in zwei gleiche Teile geteilt und an die Ochsen- und an die Schweinemetzger-Innung gegeben. An die Spitze der neuen Ochsenmetzger-Innung wird Jean Geuer gewählt. Wilhelm Windscheif wird OM der Schweine-Metzger.

1898

Gründung einer Fleischer-Innung in Kalk mit Ferdinand Lamertz als Obermeister.

1895

Ende März tritt Fleischermeister Jean Klein, der als erster den Titel Obermeister geführt hat, von seinem Amt zurück. Als Nachfolger wählt die Versammlung Jean Hertel. Am 1. Juni findet die festliche Einweihung des Schlachthofes in Ehrenfeld statt.

1891

Freie Vereinigung Mülheimer Metzger gegründet.

1887

Gründung der Häuteverwertung.

1885

Um diese Zeit sind die Fleischer-Läden sonn- und werktags von etwa 6.00 Uhr bis abends 10.30 Uhr geöffnet.

1884

Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wird am 6. November im Dom “Die große Fahne” geweiht.

1877

Peter Josef Prior wird als Vorsitzender an die Spitze der Cölner-Metzger-Innung berufen.

1869

Gründung der Cölner-Metzger-Innung am 13. Oktober.

1826

Das zuständige preußische Ministerium, dem Köln mittlerweile unterstellt ist, hebt den Schlachthauszwang grundsätzlich wieder auf. Medizinische und sozialhygienische Erkenntnisse führen später jedoch wieder zu einem Schlachthauszwang.

1794

Am 6. Oktober rückt die französische Revolutionsarmee in Köln ein. Die Folge ist u.a. eine Auflösung der Zünfte sowie die Abschaffung von Steuern auf Konsumgütern. Das Zunfthaus der Metzger erhält französische Einquartierung, wird später geplündert und zu guter Letzt versteigert. Die Gewerbefreiheit wird eingeführt.

1695

Um Preistreibereien zu steuern, gestattet der Rat vorübergehend jedermann, an den Samstagen Fleisch zu verkaufen.

1426

Die Metzger erwerben ein eigenes Zunfthaus und zwar die nach der Geyrgasse hin gelegene Hälfte des Hauses zum Stern (Heumarkt 45). Im Jahr 1483 kaufen sie die andere Hälfte dazu.

14./15. Jahrh.

Um die Wende zum 15. Jahrhundert wird in Köln der Schlachthauszwang eingeführt.

1396

Die Zünfte bezwingen in einer unblutigen Revolution die Patrizier. Die Macht geht in Köln von den 22 Zunftvereinigungen, den Gaffeln aus, die als demokratisches Grundgesetz einen sogenannten Verbundbrief unterzeichnen. Eine der 22 Gaffeln ist die der Metzger.

1372

An der Stelle des ehemaligen Zunfthauses der Weber am Neumarkt wird eine Fleischhalle gebaut. Sie ist mit Gemälden versehen und besitzt eine Christophorusstatue. Diese Halle erhält im 15. Jahrh. über dem Tor eine volkstümliche Gruppenplastik, auf der links ein stehender Mann, in der Mitte ein von einem Mann geführtes Rind, rechts ein stehender Mann mit einem Messer und eine sitzende Frau zu sehen sind (siehe unser Bild). Diese Halle dient noch bis 1890 ihrem Zweck. Erst 1903 wird sie abgerissen.

13. Jahrh.

Während dieser Epoche, bis weit in das 14. Jahrhundert hinein, ist die Mitte und die Westseite des Heumarktes zwischen Unter Hutmachern und Wahlengasse der Standort für zahlreiche Fleischbänke, die zum Teil gegen Wetter geschützt und nach Fleischsorten aufgeteilt sind. Nach Norden schließen sich daran die Schmalzbänke an.

Urkundlich erwähnt sind private Metzgerhäuser mit dahinterliegenden kleinen Schlachthäusern und zwar in der Antoniterstraße, in der Blindgasse und in der Langgasse.

1348

Die Korporation der Fleischer fühlt sich so stark, dass sie in einer bedeutenden wirtschaftlichen Frage dem Rat der Stadt Trotz zu bieten wagte. Bis dato war es üblich gewesen, das Fleisch stückweise zu verkaufen und den Preis nach dem Augenschein, nach Menge und Güte festzusetzen. Bei einem solchen Verfahren musste der Vorteil beim Verkäufer liegen. Gleichzeitig erschwerte dieses für die Bürgermeister und ihre nachgeordneten Beamten die Aufsicht über den Fleischmarkt und die Innehaltung von Treu und Glauben im Geschäft. In einer Stadt wie Köln, damals die größte und volkreichste Großstadt Europas, erschien ein solcher Zustand aber auf Dauer kaum erträglich und so war Köln eine der ersten deutschen Städte, die auf die Umstellung des Fleischverkaufs nach Gewicht drang.
Aber die Fleischhauer wollten am “guten Alten” und an dem für sie wohl auch einträglichem Brauch festhalten. Die Gegensätze verschärften sich und anscheinend fühlten sich die Fleischer recht stark. Aber sie überschätzten wohl ihre Kraft. Jedenfalls war der Rat der Stadt entschlossen durchzugreifen und durch die sture Haltung der Fleischer war es für den Rat auch eine Prestigefrage. Am 21. November 1348 löste der Rat der Stadt die Fleischerkorporation auf und verbot den Fleischern die Bildung jeder neuen Vereinigung, gleich ob in weltlicher oder kirchlicher Form. Gleichzeitig gestattete er allen Fleischern, alle Sorten Fleisch zu verkaufen. Diese Aufhebung der herkömmlichen Teilung in Ochsen-, Hammel- und Schweinemetzger richtete sich in erster Linie gegen die führenden Gewerbsgenossen, da der Handel mit Ochsenfleisch ein ungleich höheres Kapital voraussetzte.
Wie lange das Koalitionsverbot in Geltung blieb, ist nicht überliefert. In den Parteikämpfen der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts zwischen den Zünften und den patrizischen Geschlechtern müssen die Fleischer aber doch die Möglichkeit gefunden haben, ihre Bruderschaft wieder aufleben zu lassen. Als die Zünfte 1396 in einer unblutigen Revolution die Geschlechterherrschaft endgültig beseitigten, finden sich auch die Fleischer unter den wirtschaftlich-politischen Vereinigungen, den sogenannten Gaffeln. Die Gaffeln unterzeichnen das neue Staatsgrundgesetzt, den Verbundbrief.

1336

Aus hygienischen Gründen wird den Metzgern vom Rat bei strenger Strafe verboten, weiterhin Tierblut und Unflat auf die Straße zu schütten.

1260

Der Aufschwung Kölns im 13. Jahrhundert gab dem Fleischerhandwerk starken Auftrieb. Schon damals verlangte das Handwerk ein größeres Betriebskapital, so dass die Fleischhauer zu den begüterten Bürgern gehörten. Das erklärt auch, dass sie zu den Vorkämpfern für größere politische Rechte der Handwerker gehörten. In der Reimchronik von Gottfried Hagen wird festgehalten, dass die Fleischer zum Schöffenamte strebten. Das Schöffenkollegium stellte das höchste Gericht dar, das auch für die Schöpfung und Findung des Rechtes in staats- und wirtschaftsrechtlichen Fragen bedeutsam war. Zu Ostern 1260 kommt es zwischen den Fleischern als Vertreter der aufstrebenden Handwerkerschaft und den Patriziern zu einem blutigen Zwischenfall in der Weißfrauenkirche am Blaubach.

Hagen berichtet wie folgt:

Du reiner Gott von Himmelsland,
Der Wunderwirker wird genannt,
Du läßt so manches Ding geschehen,
Daran groß Wunder ist zu sehn.
Nun hört, welch Wunder kam zu tag
An einem guten Ostertag.
In der Kirche zu den weißen Frauen
Satan begann neuen Schande zu brauen.
Da Fischer die Herrschaft übernahmen
Und zu dem Schöffenamte kamen,
Dachten die Fleischer in ihrem Mut
Sie wären besser oder ebenso gut.
Sie wollten vor niemand schweigen noch weichen
Und dachten die Herrschaft auch zu erreichen.
Durch ihren Übermut geschah,
In der Kirche, wie dort mancher sah,
Bei den weißen Frauen ein Totschlag
An einem heil´gen Ostertag.
Zwischen ihnen und den besten der Stadt.

10. – 13. Jahrhundert

Nachdem im 9. Jahrhundert die Normannenstürme mit ihren verheerenden Verwüstungen über die Stadt hinweg gebraust waren und nach der Überwindung der Zerfallerscheinungen des Karolingerreiches entstand im 10. Jahrhundert wieder ein neues kommunales und wirtschaftliches Leben. Die großen Verkehrswege des Rheines und der Donau begünstigten die Entwicklung Kölns.
Die gewerblichen Verhältnisse waren vorerst ungebunden. Es gab weder eine behördlich angeordnete noch eine freiwillige gemeinsame Wohnlage der Metzger und jeder Fleischer schlachtete in seinem Haus. Erst aus dem 13. und 14. Jahrhundert sind solche Metzgerhäuser mit den dahinterliegenden kleinen Schlachthäusern bekannt, und zwar in der Blindgasse, in der Antoniterstrasse und in der Langgasse. Diese privaten Schlachthäuser waren für die Nachbarschaft aber wohl keine besondere Annehmlichkeit und so entstanden schon im 12. Jahrhundert Mietverbote gegen Metzger.

Römerzeit

Bereits im antiken Rom gab es zur Kaiserzeit zünftlerische Korporationen, die sich nach den Viehsorten gliederten, nämlich Ochsenmetzger, Hammelmetzger und Schweinemetzger. Dabei duldeten die Römer keine Gewerbetreibenden in ihren Städten, die aus sozialhygienischen Gründen als störend empfunden wurden. Viehmarkt und Schächtereien lagen deshalb auf der Südseite der Stadt in Anlehnung an das dortige Hafenbecken. Der Mittelpunkt dieses gewerblichen Lebens war etwa die heutige Mathiasstrasse und sie wird es auch geblieben sein, bis im 10. Jahrhundert der große Markt auf dem inzwischen verlandeten und aufgeschütteten Hafen- bzw. Vorflutgelände im Osten der alten Römerstadt entstand.